Keine vierzehn Tage nach der Eröffnung der Ausstellung „BilderWelten – WeltenBilder“ im Deutschen Zeitungsmuseum in Wadgassen (wir berichteten), standen die von Bernd Kissel künstlerisch gestalteten „Kaaten von Dahämm“ erneut im Blickpunkt – diesmal an einem eher unvermuteten Ort.

Der 1939/40 zum Schutz der Hüttenarbeiter auf dem Areal des Neunkircher Eisenwerks errichtete „Spitzbunker” zählt zu den ikonischen Baudenkmälern der Kreisstadt. Vor dieser imposanten Kulisse startete nun die „Tour de Kaat“.

Auf Einladung des Ministeriums für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar- und Verbraucherschutz trafen sich Mundartfreunde an der „Stummschen Reithalle“ mit Staatssekretär Sebastian Thul sowie Sinah Spies und Isabel Zajonz vom Ministerium. Von der zertifizierten Saarland-Gästeführerin Heike Lismann-Gräs ließen sie sich fachkundig und unterhaltsam über den „Neunkircher Hüttenweg mit Spitzbunker und Hochofen“ führen. Zunächst ging es zum Wasserturm, dann hinauf zu den alten Hochöfen und schließlich in die Gebläsehalle mit ihren mächtigen Maschinen. Dieser Abschnitt war besonders für Hans Kirsch interessant, der in den 60er Jahren hier seine Lehre absolviert hatte und nun alte Erinnerungen auffrischen konnte.

Danach durchquerten wir die spärlichen Reste des einst riesigen Parks der Familie Stumm, verweilten kurz an einer ihr gewidmeten Stele und erreichten schließlich auf der anderen Straßenseite den Spitzbunker. Vor diesem hatten fleißige Hände bereits die „Saarland Kaat“ und die „Kaat vom Kreis Neinkerje“ aufgestellt.

Staatssekretär Sebastian Thul erläuterte noch einmal das Projekt „Das Saarland in Platt“, an dem der VLS maßgeblich beteiligt ist. Er lobte die engagierte Arbeit des Vereins und seine Bemühungen um die Pflege und den Erhalt der saarländischen Mundarten ausdrücklich.

Gleichzeitig äußerte er die Hoffnung, dass die „Kaaten von Dahämm“ Mundartsprecher dazu motivieren, Sprechproben ihrer jeweiligen Ortschaften einzulesen und so die „weißen Flecken“ auf den „Kaaten“ zu tilgen. Bereits eingeplant sind Mehrfachaufnahmen mit unserer mobilen Aufnahmestation im Mandelbachtal und wahrscheinlich auch in Düppenweiler.

Bericht: Günter Groß, Leiter des VLS-Referats „Mundart“