Unter dem Motto „Muttersprache? – Mundart!“ lud das saarländische Umweltministerium am 19. Februar zu einem „Abend der saarländischen Dialekte“ in die Vertretung des Saarlandes in Berlin. Moderator Roman Glauben führte launig durch einen unterhaltsamen und informationsreichen Abend zu den saarländischen Dialekten. Thorsten Bischoff, der Bevollmächtigte des Saarlandes beim Bund, war mit seinem Team ein perfekter Gastgeber und gab als Karnevalist mit westpfälzischen Wurzeln einen humorvollen Auftakt. Der Sprachwissenschaftler Dr. Jürgen Trouvain, STV. Vorsitzender des Mundartrings Saar e.V., führte kundig und dabei auch für Laien verständlich durch die Geschichte und vielfältige Gegenwart der saarländischen Mundarten. Keineswegs Beiprogramm, sondern ein Höhepunkt des Abends waren die musikalischen und sprachakrobatischen Kunststücke des Hasborner Mundartenthusiasten Christoph Scheid: „Mir rolle alles, mir mirre“ (wir müssen).
Um Gegenwart und Zukunft der saarländischen Dialekte ging es bei der kurzen Podiumsdiskussion zur Frage: „Welche Bedeutung haben Dialekte noch heute?“ Umweltstaatssekretär Sebastian Thul, Dr. Jürgen Trouvain, Isabelle Ginsbach vom saarländischen Umweltministerium und VLS-Vorsitzender Friedrich Denne schlugen dabei insgesamt zuversichtliche, aber auch einige nachdenkliche Töne zur Lage der rhein- und moselfränkischen Mundarten an. Denne hob von Seiten des VLS das wertvolle Engagement des Mundartrings im Saarland hervor.
Schließlich konnte Sebastian Thul die neue, wiederum vom bekannten saarländischen Grafiker Bernd Kissel gezeichnete Gesamtkarte der „Kaat von Dahämm“ vorstellen, welche die bislang erschienenen Einzelkarten der Landkreise mit den Mundartformen der Ortsnamen zusammenführt, an deren Grundlagen der VLS maßgeblichen Anteil hat. Die Mundartseite des Umweltministeriums mit den Karten der Landkreise und in Kürze auch der Gesamtkarte finden Sie unter: https://www.saarland.de/mundart.
Der sehr gut besuchte Abend zog über 150 Exil-Saarländerinnen und -Saarländer aus Berlin an. Für den VLS eine willkommene Gelegenheit, für seine Sache zu werben, alte Kontakte zu vertiefen und neue zu knüpfen.

Bernd Färber (Neue Medien), Friedrich Denne (1. Vors.), Rose Hoffmann und Andreas Schorr (Infoteam) vertraten den Verein für Landeskunde e.V. (VLS) bei der Präsentation der „Kaat von Dahämm“ in Berlin.
©: saarland.de/umwelt ‒ Fotografin: Kathrin Hinsberger