Eindrucksvolle Zusammenfassung eines Lebenswerks
Über die Geschichte des mittleren Ostertals – und die Polizeiarbeit im rheinland-pfälzisch-saarländischen Raum

Dass sich Veröffentlichungen zur Heimatgeschichte an wissenschaftlichen Kriterien orientieren können, ohne dass die „Lesbarkeit“ für ein breiteres Publikum verloren geht, dafür ist das Lebenswerk von Hans Kirsch ein eindrucksvolles Beispiel.

Kirsch wurde 1944 in dem Dorf Saal, damals Kreis Kusel, als Sohn eines – wenig später gefallenen – Bäckers geboren. Er besuchte die evangelische Volksschule in Niederkirchen und erlernte im Neunkircher Eisenwerk den Beruf als Schmied. 1965 wechselte er in den rheinland-pfälzischen Polizeidienst. Hier stieg er in den gehobenen Polizeidienst auf und erwarb nebenberuflich das Diplom der rheinland-pfälzischen Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie. 2004 trat er in den Ruhestand. Seit 1985 ist er auch Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins Ostertal.

Seit seiner Jugend interessiert sich Kirsch (später auch berufsbedingt) für polizeigeschichtliche Themen, insbesondere aber für die Geschichte seiner Heimat, des mittleren Ostertals.

Aus dieser Beschäftigung resultieren zahlreiche, man möchte geradezu sagen zahllose historische Arbeiten und Bücher zur Siedlungsgeschichte, zur politischen Geschichte und insbesondere zur NS-Zeit, darin inbegriffen Einzelthemen wie Judenverfolgung, Widerstand und Schwierigkeiten bei der Aufarbeitung dieser Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Aber auch Parteiengeschichte allgemein spielt eine Rolle, des Weiteren Kirchengeschichte, Schulgeschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte (so etwa der Bau der Ostertalbahn), Vereinsleben, Festansprachen etc.

Und Kirsch erinnert auch an den allzu früh verstorbenen Gymnasiallehrer Klaus Zimmer, mit dem er immer wieder zusammengearbeitet hat. Schließlich kommt auch eher Anekdotisches zur Sprache, etwa im Zusammenhang mit dem legendären Gemeindeschreiber und Bürgermeister Ludwig König von Niederkirchen. Der hatte 1932 Prinz Alfons von Bayern, Mitglied der 1918 gestürzten bayerischen Königsfamilie, bei dessen Besuch in Niederkirchen folgendermaßen begrüßt: „Königliche Hoheit, die Könige stehen heute tief im Kurs. Ich bin noch der einzige regierende König in Bayern, ich regiere sieben Gemeinden.“

Nun hat Pfarrer im Ruhestand Friedhelm Hans aus Bad Bergzabern in Kooperation mit Kirsch ein beeindruckendes Werk vorgelegt, das einen Einblick in diese jahrzehntelange historische Tätigkeit von Hans Kirsch ermöglicht – mit Inhaltsangaben, regestenartigen Verweisen und Publikationslisten, eine wahre Fundgrube für Forscher. Seine Zusammenstellung wird künftig eine Pflichtlektüre (unter Umständen auch Arbeitsgrundlage) für jeden sein, der sich für die Geschichte des mittleren Ostertals und die Geschichte der Polizei des rheinland-pfälzisch-saarländischen Bereichs interessiert.

Der Rezensent wünscht dem Werk eine weite Verbreitung.

Dr. Bernhard W. Planz, Studiendirektor a.D. und Mitglied in verschiedenen historischen Vereinen des Saarlandes

Info: Titel des Buches: „Hans Kirsch und sein literarisches Werk 1981 – 2023, zusammengefasst von Friedhelm Hans“. Herausgeber: Heimat- und Kulturverein Ostertal e.V. Das Buch hat 188 Seiten, kostet 15.- Euro und kann bestellt werden bei Ewald Wailersbacher, Nachtigallenweg 10, 66606 Niederkirchen, Tel. 06856/660, E-Mail: familie.wailersbacher@t-online.de