Das Interesse an der Lesung aus dem Sammelwerk zur Gebiets- und Verwaltungsreform von 1974 war groß. Im Historischen Sitzungssaal des Landratsamts begrüßte Landrat Sören Meng zahlreiche Gäste sowie die Mitautoren des Buches. In seiner Einführung spannte er den Bogen zur Geschichte der Reform, stellte Bezüge zu seiner Heimatgemeinde Wiebelskirchen her und lockerte seinen Vortrag mit persönlichen Anekdoten auf.
Friedrich Denne, der Vorsitzende des Vereins für Landeskunde im Saarland und Mitinitiator des umfangreichen Werkes, gab Einblicke in die Entstehung des Buches und die Beweggründe für das Projekt.
Anschließend berichtete Friedrich Decker, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Neunkirchen, aus erster Hand. Er war seinerzeit direkt in die Verhandlungen eingebunden und schilderte die Bildung der Mittelstadt Neunkirchen sowie die Eingliederung der heutigen Stadtteile Wiebelskirchen, Hangard, Münchwies und Kirkel-Neuhäusel. Letztere wurde ebenso wie der Bayerische Kohlhof im Jahr 1985 wieder der Gemeinde Kirkel (Saarpfalz-Kreis) zugeordnet.
Hans-Günther Maas, der Vorsitzende des Förderkreises für Heimatkunde und Denkmalpflege Eppelborn e. V., trug Auszüge aus dem Sammelwerk zur Entwicklung der Gemeinde Eppelborn im Zuge der Reform und deren Gebietsabgaben an den Landkreis St. Wendel vor. Dabei würdigte er insbesondere das Engagement der damaligen Amtsvorsteher Alfons Senz (Illingen) und Dr. Waldemar Marner (Eppelborn), die sich nachhaltig für die Interessen ihrer Gemeinden einsetzten.
Mit einer anschaulichen PowerPoint-Präsentation zeichnete schließlich Werner Butz, Heimatforscher und Mitglied im Verein für Landeskunde im Saarland, die wechselvolle Geschichte Mainzweilers während der Reformjahre nach. Herausforderungen wie die Organisation von Kindergarten, Schule und Trinkwasserversorgung über Landkreisgrenzen hinweg prägten damals den Alltag.
Heute jedoch sind diese Fragen längst geklärt: Fünf Jahrzehnte später hat sich die Situation im Saarland weitgehend beruhigt. Die einstigen Spannungen sind dem gelebten Alltag gewichen.
Helga und Horst Bast