Erinnerungskultur und demokratische Geschichtspolitik stehen in Deutschland zunehmend unter öffentlichem Druck. Geschichtsrevisionistische Thesen, Forderungen nach einem vermeintlichen „Schlussstrich“ oder kontroverse Äußerungen zum Umgang mit der deutschen Vergangenheit sorgen immer wieder für politische und gesellschaftliche Debatten. Dabei geht es nicht nur um historische Deutungen, sondern auch um die Frage, welche Verantwortung sich aus der Geschichte für die politische Kultur der Gegenwart ergibt.
Der Vortrag „Erinnerungskultur unter Druck – von Walser bis zur Berlinale“ nimmt aktuelle erinnerungspolitische Auseinandersetzungen zum Ausgangspunkt und ordnet sie in eine längere Entwicklung ein. Denn problematische Narrative finden sich nicht nur am äußersten rechten Rand des politischen Spektrums. Auch in vermeintlich progressiven Milieus werden Positionen vertreten, die den erinnerungspolitischen Grundkonsens infrage stellen oder daraus abgeleitete Grundsätze relativieren. Der Vortrag untersucht, wie sich diese Debatten verändert haben und weshalb die deutsche Erinnerungskultur weiterhin Gegenstand grundlegender politischer Konflikte ist.
Prof. Dr. Markus Linden beschäftigt sich wissenschaftlich mit politischer Kommunikation, Demokratietheorie und gesellschaftlichen Kontroversen. Er ist außerplanmäßiger Professor für Politikwissenschaft an der Universität Trier und setzt sich in Forschung und Publizistik unter anderem mit Fragen demokratischer Öffentlichkeit, politischer Repräsentation und gesellschaftlicher Polarisierung auseinander.
Eintritt: Eintritt frei.
Anmeldung: Über die Seite der Union Stiftung.

