Erinnerungskultur in einer Welt im Aufruhr

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Wie erinnert man an vergangene Verbrechen in einer Welt der Unsicherheiten?
Mit Prof. Dr. Mirjam Zadoff

Wie erinnern wir an vergangene Verbrechen in einer Welt der Unsicherheit, der Kriege und der Krisen? Erinnerung, so argumentiert Mirjam Zadoff, ist die Basis der Resilienz unserer Demokratie und eines solidarischen Zusammenlebens überall auf der Welt. Nur noch wenige Überlebende des Holocaust und der Nazi-Genozide können heute noch ihre Geschichte erzählen. Längst vergessen ist, gegen welch große Widerstände sie kämpften, um gehört zu werden. Ihr widerständiges Erzählen inspirierte Menschen und Projekte auf der ganzen Welt. Daraus entstanden ist eine globale Erinnerungskultur, die über vielfältige Ebenen
miteinander verbunden und ineinander verwoben ist. Museen, Denkmäler und Kunstprojekte auf der ganzen Welt beschäftigen sich mit der Erinnerung an Gewalt, Kriege und totalitäre Diktaturen. In der Versicherung, nach innen wie nach außen, keine Gewalt mehr zu verursachen oder zuzulassen, steht die Überzeugung, dass wir aus der Vergangenheit lernen können. Dieser Glaube an die Moderne wurde im 20. Jahrhundert zwar gründlich enttäuscht, doch gerade aus diesem Widerspruch entsteht die Möglichkeit für ein differenziertes Nachdenken über Gewalt und Verantwortung, Empathie und Demokratie.

Prof. Dr. Mirjam Zadoff ist Kuratorin, Historikerin und Direktorin des NSDokumentationszentrums München. 2014 bis 2019 war sie Professorin für Jüdische Studien und Geschichte an der Indiana University Bloomington. Gastprofessuren führten sie u.a. nach Zürich, Berkeley, Berlin oder Augsburg. Aktuell lehrt sie an der TU München und an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In ihrer Forschung und Lehre beschäftigt sie sich mit Erinnerungskulturen, neuen Formen der Vermittlung von Geschichte, sowie der Rolle von Museen als politische und demokratische Orte.

Der Eintritt ist frei.
Um vorherige Anmeldung wird gebeten.

Der Vortrag kann auch über Livestream bei YouTube verfolgt werden.

Ansprechpartner:
Sebastian Beck
0681 – 906 26 – 10
sb@sdsaar.de

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