Das geheime Kriegstagebuch 1939–1945 des Siemens-Managers Hans Henning von Pentz
mit Volker Hildisch
„Meine klare Erkenntnis über die tiefe Unmoral von Hitler und seinen Mitarbeitern setzte von vornherein ein. Zunächst hatte ich die Hoffnung, dass dieses Regime sich nur ein bis zwei Jahre halten würde. Diese Hoffnung gründete sich im Wesentlichen darauf, dass die Leitung der Wehrmacht, die oberen Beamten, die Wissenschaft und die Industrie diesen Weg nicht lange mitgehen, in Opposition treten und das System abschütteln würden. Hierin habe ich mich getäuscht.“
Diese eindrucksvollen Sätze schreibt ein Zeitzeuge in sein Tagebuch, dem man es von seinem Stand und seiner Herkunft nicht unbedingt zugetraut hätte. Hanns Henning von Pentz (1890– 1982) entstammte einem alten mecklenburgischen Adelsgeschlecht, kämpfte als preußischer Offizier im Ersten Weltkrieg in Frankreich und war ab 1933 Vorstandsmitglied der Siemens-Plania Werke AG, einem Unternehmen für Kohlefabrikate wie Graphitelektroden in Berlin-Lichtenberg, Ratibor (Schlesien) und Meitingen (Bayern). In seinen Aufzeichnungen hält er seine persönlichen Gedanken, Beobachtungen und Reflexionen über die Ereignisse in den Jahren 1939 bis 1945 fest.
Seine Nachfahren haben die Tagebuchaufzeichnungen dem Journalisten Volker Hildisch zur Auswertung überlassen. Der Seume-Verlag hat die von ihm bearbeitete Fassung als Buch veröffentlicht, das neben der Kommentierung von Kriegsereignissen auch Beobachtungen des täglichen Lebens, Sorgen und Ängste um die Familie und Begegnungen mit Freunden und Bekannten enthält. Zuerst wird Herr Hildisch einige Passagen aus dem Buch vorlesen und im Anschluss folgt ein Gespräch mit Prof. Dr. Peter Winterhoff-Spurk vom Seume-Verlag und dem Herausgeber zu Aspekten seines Buches.
Volker Hildisch, Journalist, Film- und Buchautor, wanderte von der Geburtsheimat Westfalen über das ehemalige Fürstentum Schaumburg-Lippe zum Studium der Germanistik und Politik an der Leibniz-Universität nach Hannover. Nach dem Examen dann Volontariat und Redakteur bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Damit waren die Wanderjahre allerdings nicht vorbei. Nächstes Ziel war Ende der 80er Jahre Saarbrücken. Beim Saarländischen Rundfunk und an der Grenze zu Frankreich blieb er dann allerdings hängen. Hier setzte er seine journalistische Tätigkeit in Radio und Fernsehen fort.
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