Im Rahmen des VHS-Programms lädt der Historische Verein Stadt Neunkirchen zu einem Vortrag des Leiters des Stadtarchivs Neunkirchen, Herrn Christian Reuther, zum Thema „Juden in der Herrschaft Ottweiler im 18. Jahrhundert“ ein.
Jüdisches Leben im heutigen Saarland lässt sich erstmals in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts nachweisen. Vereinzelte Spuren von jüdischer Präsenz können in den folgenden Jahrhunderten in der Region vorgefunden werden, doch zu größeren Ansiedlungen kam es nicht. An der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert siedelten sich in der Grafschaft Saarbrücken Juden an, deren Aufenthalt durch den Fürsten geduldet wurde. Erst mit einer Ausweisung der Juden aus Saarbrücken und Umgebung im Juli 1776 kam es zu Niederlassungen in der Herrschaft Ottweiler, in der bis dahin keine jüdischen Personen angesiedelt waren, allerdings rege wirtschaftliche Beziehungen zwischen Christen und Juden bestanden hatten. Siedlungsschwerpunkte entstanden in Neunkirchen und Ottweiler, aber auch für die Orte Wiebelskirchen, Spiesen und Uchtelfangen erhielten Juden Schutzbriefe.
Der bebilderte Vortrag beleuchtet unter Auswertung neuer Quellen die Beziehungen zwischen christlichen Untertanen und Juden ab 1700 in der Grafschaft/Herrschaft Ottweiler. Ferner beleuchtet der Referent, wie es zur Ansiedlung der Juden in diesem Herrschaftsbereich ab 1776/77 kam und sich das jüdische Leben in der Stadt Ottweiler und den Landgemeinden entwickelte. Außerdem skizziert er den Lebensweg einiger jüdischer Bewohner.
Nichtmitglieder zahlen 3,00 €, Gäste sind herzlichst willkommen.

