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Verleihung Mundart-Ehrenpreis 2022
Donnerstag, 11. August 2022, 18:00
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Kontakt Verein für Landeskunde im Saarland e.V. (VLS) und MundartRing Saar e.V.

Verleihung Mundart-Ehrenpreis 2022

Wir ladenSie herzlich ein zur Verleihung des Mundart-Ehrenpreises 2022 des Vereins für Landeskunde im Saarland e.V. (VLS) und des Mundart RingSaar e.V.

 

Die Preisverleihung, die erstmals 2016 stattfand und die wir alle zwei Jahre gemeinsam mit dem Mundart RingSaar e.V. durchführen, wird in diesem Jahr im Historischen Haus Saargau in Wallerfangen–Gisingen stattfinden.
Die bisherigen Preisträger waren:
2016 die Schauspielerin Alice Hoffmann und der Neunkircher Landrat Sören Meng;
2018 die SR3-Mundart-Redakteurin Susanne Wachs;
2020 die Saargemünder Schriftstellerin und Mundartautorin Marianne Haas-Heckel;
In diesem Jahr wird der Preis dem saarländischen Mundartdichter, Sänger und Liedermacher Hans Walter Lorang aus Überherrn-Berus verliehen.
Die diesjährige Veranstaltung findet statt am
Donnerstag, dem 11. August 2022, um 18.00 Uhr
im Haus Saargau
Zum Scheidberg 11 in 66798 Wallerfangen-Gisingen
Ich darf zu diesem interessanten musikalisch umrahmten Abend unsere Mitglieder, Angehörige und alle Freunde des VLS recht herzlich einladen.
Programm:
- Begrüßung: Christel Keller
- Lesungen von Jean-Louis Kieffer, Ursula Kerber, Ute Zimmermann, Gerard Carau und natürlich H. W. Lorang
- Laudatio: Susanne Wachs
- Musik: Udo Britz
- Übergabe des "Ehrenpreises Mundart" durch Christel Keller und Friedrich Denne (VLS)
Der Eintritt ist frei. Aus organisatorischen Gründen möchten wir Sie aber bitten, sich bei Günter Groß, dem Sprecher unserer VLS-Arbeitsgruppe Mundart, anzumelden.
06824 - 3807 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Gleichzeitig weisen wir auf die Möglichkeit zur Bildung von Fahrgemeinschaften hin. Weitere Informationen über den diesjährigen Preisträger finden Sie auch unter www.hanswalterlorang.de
Mit freundlichen Grüßen
Gez.
Friedrich Denne
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Der Mundart Ring Saar schreibt dazu in einer Pressemeldung:
-EHRENPREIS MUNDART 2022 an Hans Walter Lorang-
Der vom Mundartring Saar e.V. und dem Verein für Landeskunde im Saarland e.V. (VLS) gestiftete „Mundart -Ehrenpreis“, der alle zwei Jahre für Verdienste um die im Saarland vorkommenden Mundarten verliehen wird, geht in diesem Jahr an den in Berus lebenden Hans Walter Lorang, der sich seit fast 40 Jahren mit seinen Liedern, Chansons und Gedichten in moselfränkischer Mundart (Beruser Färbung) einen Namen im Saarland, Lothringen („Chansonnier du Platt“ nennt man ihn jenseits der Grenze) und auch darüber hinaus erspielt, ersungen, gemacht hat.

Zwei LPs, 5 CDs, zwei Gedichtbände sowie eine lange Reihe von Konzerten (meist mit seinem musikalischen Partner Richard Bauer), Rundfunk- und Fernsehauftritten (SR, SWF, ZDF, 3SAT, RTL) belegen seine hochgeschätzte Präsenz über Jahrzehnte im Saarland, Lothringen, Luxemburg und Rheinland-Pfalz – überall da, wo sein Dialekt verstanden wird.
Seine Themen sind meist zeitlose Themen, Dinge, die ihn bewegen, die kleinen Dinge des Lebens, die scheinbar unbedeutenden … „Ditt unn Datt“ eben (so der Titel seines Gedichtbandes). Durch viele seiner Texte, seiner Lieder weht ein Humor, der auch satirische Qualität erreicht. Ein besonderes Gespür beweist Lorang auch für ganz kleine literarische Formen und für inhaltlich Paradoxes.
Eich will Auch ebbes vazehlen
Nit vill nur ditt unn datt
Eich will Auch ebbes vazehlen
Unn eich schwätzen mit Auch Platt
Platt schwätzen is scheen
aach wenn vill Leit et nit vastehn
Odda nit vastehn wollen
Awwa for wat sollen mir óus dann vastoppen
Eich lossen meich léiwa vakloppen
Awwa Platt gifft geschwätzt …
Dieses Lied von seiner ersten LP (1984 „Ebbes vazehlen“) beschreibe im Wesentlichen, was er gemacht habe, meint Lorang bescheiden. Aber der Ertrag von Lorangs langer künstlerischer Karriere ist doch höher zu veranschlagen. Lorang ist ein Meister der Sprache, der es immer wieder versteht, auch allgemein bekannte Beobachtungen fast beiläufig auf den Punkt zu bringen. Das wirkt oft spielerisch leicht, ist aber sehr sorgfältig gesetzt. Neben einer Tendenz zum Satirisch-Kabarettistischen, die sich in seiner Mundartdichtung und gelegentlich auch in seinen Liedern findet, zeigt sich Lorang auch bei ernsten Themen („De Hétt“) souverän. Ebenso ist ein Hang zu poetisch-liebevollen Betrachtungen von Menschen und Landschaften spürbar, speziell zum Heimatlichen – wobei sein Humor ein sicheres Gegenmittel gegen eine Verengung des Blicks bildet.

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Hans Walter Lorang (Jahrgang 1945) ist in Berus aufgewachsen. Seine Familie ist aber schon in den 50ern nach Dillingen gezogen, wo Lorang zur Schule ging. Nach dem Abitur hat er in Saarbrücken Französisch und Geografie studiert und nach der Lehrerausbildung in diesen Fächern unterrichtet. Seit seiner Pensionierung wohnt er wieder in Berus.
Anfang der 80er Jahre kam es zu ersten Auftritten mit seinen Mundartliedern. Vertont waren sie von Lorang selbst oder von Alfons Sibille. Nach der ersten LP „Ebbes vazehlen“ (1984 mit 13 Liedern) beginnt die bis 2019 andauernde fruchtbare musikalische Partnerschaft mit Richard Bauer. 1986 erscheint die zweite LP „Der klään Bou“, außerdem der Gedichtband „Ditt unn Datt“. Es folgen die drei CDs „Mei Sprooch“ 1992, „Der alt Butzääma“ 1996 und „Kommen lossen“ 2000. Die Doppel-CD „Die Eerschden Beschden“ fasst 2009 21 Lieder der ersten LPs zusammen, zum Teil von R. Bauer neu arrangiert und aufgenommen. Zwischen 2005 und 2009 sorgte Lorangs Veranstaltungsreihe „Mussik unn Sprooch“ im Beruser Haus Scharfeneck dafür, dass das Haus fast aus allen Nähten platzte. Seit 2010 gab es die von Lorang programmlich gestaltete Reihe „Bei uns dehemm im Lokschuppen“ - in Kooperation mit SR3 Saarlandwelle und der Stadt Dillingen.
Sie lief mehrere Jahre mit großem Publikumserfolg. Eingeladen waren hervorragende Mundartautoren und Künstler aus dem Bereich der Mundartmusik. Im Mittelpunkt immer Hans Walter Lorang selbst in neuen Arrangements (von Richard Bauer) seiner bekannten Lieder. 2013 feierte Lorang im Dillinger „Lokschuppen“ auch sein 30jähriges Bühnenjubiläum.
2017 haben Hans Walter Lorang (Gedichda) und sein langjähriger Wegbegleiter Richard Bauer (Mússik) nach eineinhalb Jahren sorgfältiger Arbeit noch einmal eine wunderschöne neue CD (HEER MÒÒL) herausgebracht. Sie enthält30 neue und alte Texte von Lorang, sensibel und stimmungsvoll in Musik eingebettet – ein besonderes Hörerlebnis. Hans Walter Lorang hat 2019 in Dillingen-Diefflen sein letztes Konzert gegeben.
Viele seiner rund 70 Mundartlieder wie z. B. „Mei Sprooch“, „Leewenzahn“, „Saarlänner simmer“, „Bei de Schang“, „Scheen woaret haut Oowend“, „Holl meich hämm“, „Dräämen“, „Ebbes vazehlen“, „Ään Joahr älla, na unn?“, „Eich gätt deich gäär mòòl nommo sinn“, „Mir schwätzen Platt“, „Komm, traah mich“, „Maaijen“, „Ousa Land“, „Spill noch äämòòl Yeschdaday“ sind sehr bekannt geworden und waren auch häufig im früheren Programm von SR3 zu hören.
Man muss Lorangs Gesamtwerk als kulturellen Schatz sehen, ein beachtliches Repertoire an Gedichten und Chansons, das im Saarland und darüber hinaus weiter lebendig bleiben sollte. Er hat seiner moselfränkischen Mundart jedenfalls viele hörbare Denkmäler gesetzt mit dichterischer Kompetenz und angenehmer, unverwechselbarer Stimme.
Text: Lutz Hahn (Mundartring Saar)

Ort Haus Saargau Zum Scheidberg 11 in 66798 Wallerfangen-Gisingen