Terminkalender

„Die Marinegeschütze des Westwalls am Oberrhein“
Samstag, 13. April 2019, 17:00
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In einem friedlichen Zeitalter der deutsch-französischen Freundschaft, in dem weder im Saarland noch am Oberrhein die Landesgrenzen mehr auffallen, erscheint es heute schwer vorstellbar, dass dort 1940 schwere Marineartillerie in Richtung Nachbarland schoss. Doch welcher geschichtliche Hintergrund steckte hinter deren Einsatz so fern ab der Küste?

Aufgestellt in Bunkeranlagen, die zu den größten Bauten der deutschen Westbefestigungen gehörten, und ausgestattet mit Geschützen mit einem Kaliber von bis zu 30,5 cm, beschossen sie am Oberrhein 1940 trotz der oft ortsnahen Aufstellung Ziele im Elsass. Als Folge darauf antwortete die französische Artillerie mehrfach aus dem Elsass und sorgte somit für schwere Schäden in den rechtsrheinischen Ortschaften.

Nach dem Ende des Westfeldzugs wurden die Marinegeschütze im Sommer 1940 abgezogen und größtenteils an den Ärmelkanal verlegt. Nach der alliierten Invasion im Sommer 1944 sollten die seit 1940 leerstehenden Geschützbunker wieder aktiviert werden. Bis in den März 1945 hinein wurde an ihnen gebaut, damit sie neue weitreichende Geschütze aufnehmen und somit in die mittlerweile am Oberrhein entstandenen Kampfhandlungen eingreifen konnten.

Nach dem Krieg wurden die Bunker gesprengt und im Lauf der Jahre zugeschüttet, so dass von diesen großen Anlagen fast keine Spuren mehr vorhanden sind. Somit ist nur wenig darüber bekannt, welche lange Odyssee und Vorgeschichte diese Marinegeschütze bereits durchliefen, bevor sie an den Oberrhein kamen. Ähnlich verhält es sich mit den eigentlichen Hintergründen zum Einsatz der Marinebatterien am Oberrhein.

Noch weit weniger bekannt, aber dennoch mit dem gleichen Material wie einige der am Oberrhein stationierten Marinebatterien ausgestattet, ist der Aufbau und der Einsatz einer mit altertümlichen Küstenhaubitzen bestückten schweren Batterie im Saarland 1939/40. Doch auch sie war nur der Vorbote für weit größere Geschütze, die in der Westpfalz und im Saarland aufgestellt werden sollten. Diese Aufstellung kam jedoch aufgrund des Kriegsverlaufs 1940 nicht mehr zur Ausführung.

Die beiden Referenten Sascha Kuhnert (Kehl / Alta) und Friedrich Wein (Horb) folgten in einem mehrjährigen Forschungsprojekt den Spuren der Marinegeschütze des Westwalls am Oberrhein. Diese Spurensuche führte die Beiden vom Baltikum über die Nord- und Ostseeküste an den Oberrhein sowie in das Saarland und anschließend an den Atlantikwall sowie auf die Krim-Halbinsel am Schwarzen Meer. Es gelang Ihnen, einige der letzten noch lebenden Batterieangehörigen sowie Zeitzeugen zu befragen, von welchen sie wertvolle Informationen erhielten.

Die Autoren recherchierten in 11 Archiven und erhielten aus 10 verschiedenen Ländern Informationen von Historikern und Fachleuten. Dabei wurde Wert daraufgelegt, nur gesicherte und belegbare Informationen in ihre dabei entstandene Veröffentlichung zum Thema der Marinegeschütze des Westwalls am Oberrhein aufzunehmen. Das somit entstandene Buch stellt auf 640 Seiten die Geschichte dieser Marinegeschütze und ihren Einsatz am Oberrhein akribisch dar. Darin finden sich über 350 historische Abbildungen, die zum größten Teil bisher noch nicht veröffentlicht wurden sowie weitere 120 aktuelle Bilder und 30 Pläne.

Das Ergebnis ihrer Forschungsarbeiten präsentieren die beiden Autoren am

Samstag, 13.April 2019, um 17.00 Uhr
im Salzbrunnenhaus in Sulzbach, Auf der Schmelz in 66280 Sulzbach/Saar,
in Form einer digitalen Präsentation, in welcher sie neben dem Einsatz der schweren Geschütze am Oberrhein auch auf die einzige schwere Geschützbatterie mit Marinekanonen im Saarland sowie die weitergehenden Planungen des Westwallausbaus in Bezug auf den

Einsatz schwerster Artillerie in der Westpfalz und im Saarland eingehen.

Veranstalter des Vortrags ist der Verein für Landeskunde im Saarland e.V. (VLS) in Kooperation mit Stadt und VHS Sulzbach-Saar.

Ort Salzbrunnenhaus, Auf der Schmelz in 66280 Sulzbach/Saar,