Terminkalender

Ausstellung Bartholomäus Koßmann - Christ – Gewerkschaftler – Politiker (1883 – 1952)
Dienstag, 12. März 2019
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Vom 12. März bis 12. Mai 2019 ist im Tholeyer Schaumbergturm, Ebene 4, die kleine Ausstellung Bartholomäus Koßmann: Christ – Gewerkschaftler – Politiker (1883 – 1952) zu sehen. Sie erinnert an einen der bedeutendsten saarländischen Politiker der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts, der sein ganzes Leben in den Dienst der sozialen Verantwortung und der Liebe zu seiner saarländischen Heimat stellte.

Bartholomäus Koßmann, am 02. Oktober 1883 in Eppelborn geboren, wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Koßmann besuchte in Eppelborn die Volksschule, war danach kommunaler Schreiber und wurde 1899 Bergmann auf der Grube Camphausen. Das Interesse des jungen Bergmanns galt bald schon der ungelösten sozialen Frage. Nach dem Besuch von sozialpolitischen Kursen des Volksvereins für das katholische Deutschland in Trier und Mönchengladbach, ließ der Aufstieg nicht lange auf sich warten.

Er wurde Arbeitersekretär in Neunkirchen und 1912 wurde der Zentrumspolitiker im Wahlkreis Ottweiler-St.Wendel-Meisenheim als jüngster Abgeordneter in den Deutschen Reichstag gewählt. Nach dem Ersten Weltkrieg setzte er sich für eine politische Neuorientierung ein und gehörte der Verfassungsgebenden Weimarer Nationalversammlung an, in der der ehemalige Monarchist für die erste demokratisch-republikanische Verfassung in Deutschland stimmte.

Als das Saargebiet 1920 durch den Versailler Vertrag für fünfzehn Jahre vom Deutschen Reich abgetrennt und dem Völkerbund unterstellt wurde, trat er in Dienst der internationalen

Regierungskommission ein, um von dort aus für die sozialen und nationalen Interessen seiner Landsleute zu wirken.
Von 1924 bis 1935 war er als einziger Saarländer Mitglied der Regierungskommission. In dieser Zeit wurde ein Bauverein gegründet, um anstelle der alten Bauruine auf dem Schaumberg eine Krieger-Gedächtniskapelle zu errichten, ein Mahnmal für die Opfer des 1.Welkrieges. Initiator und Vorsitzender des Bauvereins war Bartholomäus Koßmann. Am 24.08.1930 erfolgte die feierliche Einweihung des Turmes.

In der Frage der Saarabstimmung hat sich Koßmann trotz persönlicher Vorbehalte gegenüber Hitler und trotz enger Verbindung zur saarländischen katholischen Opposition freimütig für die Rückgliederung ausgesprochen, verlor aber nach der Rückkehr des Saargebiets zu Deutschland alle seine politischen Ämter.

Seine innere Distanz zum Nationalsozialismus führte ihn 1943 zum Deutschen Widerstand um Carl Goerdeler. Obwohl er im Zusammenhang mit dem Anschlag auf Hitler am 20. Juli 1944 der Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt wurde, wurde Koßmann vom Volksgerichtshof aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Dennoch befand er sich schwerkrank unter Gestapo-Aufsicht noch bis zur Befreiung im Februar 1945 in Haft.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Koßmann Mitbegründer der Christlichen Volkspartei (CVP) und deren Ehrenvorsitzender. 1946 erfolgte seine Wahl zum ersten Präsidenten des Saarländischen Genossenschaftsverbandes. Er arbeitete als Mitglied derSaarländischen Verfassungskommission an der Landesverfassung mit und war bis zu seinem Tod Erster Vizepräsident des Landtages des Saarlandes. Koßmann setzte sich in dieser Zeit für den friedlichen Ausgleich zwischen Frankreich und Deutschland ein.

Bartholomäus Koßmann, der am 09. August 1952 nach langer und schwerer Krankheit verstarb, wurde mit einem Staatsbegräbnis am 12. August 1952 in Eppelborn beigesetzt.

Weitere Hinweise zu der Ausstellung erhalten Sie auch direkt von Frau Anneliese Wark, Kulturamt der Gemeinde Eppelborn, Tel. 06881 /962628, Email: wark.anneliese@kulturamt- eppelborn.de

Ort Tholeyer Schaumbergturm, Ebene 4