Terminkalender

Begehung/Vortrag "Erinnerungskultur"
Dienstag, 6. November 2018, 18:00
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Das Stadtarchiv Pirmasens weißt uns auf eine interessante Veranstaltung im Rahmen des städtischen Gedenkprojekts für die Opfer des Nationalsozialismus hin. Das Stadtarchiv wird eine weitere Tafel am Amtsgericht PS anbringen. Es ist eine sogenannte Sachtafel, die einen allgemein gültigen Umstand im NS-Regime aufgreift und diesen in Bezug auf Pirmasens verdeutlicht. Die Bevölkerung ist dazu herzlich eingeladen.

Roland Paul leitet dort unmittelbar seinen Vortrag über die Diskriminierung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in der Pfalz ein. Der gemeinsame Gang zum Gemeindesaal der Lutherkirche gibt Raum für ein Gespräch mit dem Referenten.

Der sich anschließende Vortrag wird beeindruckende Zeugnisse besprechen, die das Leid der Juden belegen.
Herzliche Einladung ergeht an alle Interessierten, der Eintritt ist frei.

Tafelanbringung: Gedenktafel „Polenaktion“Dienstag, 06.11.2018, um 18:00 UhrBahnhofstraße 24: Amtsgericht

Im Amtsgericht wurden am 27.10.1938 -40- Menschen polnischer Herkunft verhaftet und am 28.10.1938 im Zuge der sog. „Polenaktion“ von den Nationalsozialisten nach Polenabgeschoben. Nur wenige haben die Verfolgung während des Krieges überlebt. Die Tafel wird an dem Abend offiziell eingeweiht gemeinsam mit dem Amtsgericht, in Vertretung der Direktorin des Amtsgerichts Frau Sabine Schmidt-Wilhelm. Roland Paul, der im Anschluss einen Vortrag im Gemeindesaal der Lutherkirche hält (s. u.), wird vor Ort von der„Polenaktion“ und deren Auswirkungen sprechen.

Roland Paul: Vortrag: „Die jüdische Emigration aus der Pfalz in der NS-Zeit und dasSchicksal von Pirmasenser Emigranten“
Dienstag, 06.11.2018, Vortrag um 19:00 Uhr
Gemeindesaal Lutherkirche, Hauptstraße 58

Roland Paul, Direktor i.R. des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde undehrenamtlicher Leiter der Arbeitsstelle „Geschichte der Juden in der Pfalz“ beleuchtet in seinem Vortrag die im Frühjahr 1933 einsetzende Diskriminierung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in der Pfalz, die viele Familien die Existenzgrundlage nahm. Vor allem ab 1935 führte dies zu einer starken Abwanderung und zur Emigration. Die meisten Pirmasenser Juden beabsichtigten nach Nordamerika zu emigrieren, was allerdings durch die restriktiven Einwanderungsgesetze der USA vielfach erschwert wurde.

Dennoch gelang es noch so manchen Familien, zwischen 1938 und 1940 nach Übersee zu gelangen. Andere emigrierten ins europäische Ausland, vor allem nach Frankreich, England, Schweden und in die Schweiz. Auch einige der im Oktober 1940 nach Gurs deportierten Juden konnten noch vor der 1942 einsetzenden Deportation nach Auschwitz, über Spanien und Portugal in die USA auswandern. Roland Paul, der in den letzten drei Jahrzehnten zahlreiche Pfälzer Emigranten, darunter mehrere Pirmasenser in den USA, in Südamerika und in Israel interviewt hat, wird nicht nur über den schwierigen Auswanderungsprozess, sondern auch über das Leben der Emigranten in der neuen Heimat sprechen.

Der AK „Juden in Pirmasens“ war bei diesen Veranstaltungen Kooperationspartner des städtischen Gedenkprojekts unter Federführung des Stadtarchivs.

Ort Pirmasens, Amtsgericht