Der St. Ingberter Bernhard Uwer, der Gersheimer Roland Schulz, sowie Gerhard Martin, gebürtige Rubenheimer, der jetzt in Fürstenfeldbruck lebt, haben in jahrelanger akribischen Kleinarbeit die Daten zu Einwohnern, Familien, aber auch historische Eckpunkten Gersheims zusammen getragen. Ergänzt wird das Buch durch historisches Kartenmaterial. Mit dabei eine der ältesten Kartierungen der Region, vorgenommen vom Kartografen Tilemann Stella im Jahr 1564. Die jüngste Karte umfasst den aktuellen Häuserplan des heute rund 1200 Einwohner zählenden Dorfes. Der erste Personeneintrag nennt Caroline Digro. Der letzte handelt von Hildegard Zimmermann, die 1950 Walter Berwanger heiratete. Die genealogischen Einträge führen zurück ins 16. Jahrhundert. Bei der Publikation hat Schulz neben vielen beigesteuerten Informationen insbesondere die Korrektur vorgenommen. Ziel der Publikation sei es verloren geglaubtes wieder in den Vordergrund zu schieben, aber auch die Möglichkeit zu schaffen, in nicht bekannte Geheimnisse von Familienentwicklungen einzutauchen. Es kann auch ein wichtiger Helfer sein für alle, die sich mit der Genealogie, der Familien- und Ahnenforschung befassen, werden doch Zusammenhänge sichtbar, die Interessantes offenbaren. Innerhalb der datenschutzrechtlichen Vorgaben, so Uwer weiter, die entsprechenden Zeitraumsgrenzen, bei 110, bei den Heiratsdaten 80 und bei den verstorbenen Menschen 30 Jahre eingehalten worden. Jetzt können die Leser verbessern, ergänzen und erweitern meint Uwer, da die Bücher nur auf Bestellung hergestellt werden und somit immer wieder aktualisierte Exemplare gedruckt werden könnten.

 

Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins für Landeskunde im Saarland, Friedrich Denne, freute sich, dass mit Gersheim ein kleiner weißer Fleck innerhalb der Einwohnerbücher verschwunden sei, auch hier der Genealoge auf schriftliche Zusammenfassungen zurückgreifen könne. Bürgermeister Alexander Rubeck stellte fest, dass mit der Publikation auch die Zahl der Geschichtsbücher innerhalb der Bliestalgemeinde vergrößert werde. Die Gemeinde Gersheim selbst habe schon innerhalb der Schriftenreihe „Gersheimer Hefte“ zahlreiche Publikationen veröffentlicht. Ortsvorsteherin Waltraud Oberinger würdigte die Arbeit der Autoren. Nicht nur, dass sich Menschen mit der Aufarbeitung beschäftigen, sei wichtig, sondern auch dass dadurch für spätere Generationen Fakten über die Geschichte, Menschen und Brauchtum, Vereine und Begebenheiten gesammelt würden. Nicht zuletzt ist es ja auch für jeden eine spannende Angelegenheit, zu erforschen, wer mit wem verwandt sei und woher seine Familie eigentlich abstamme. Sie rief aber auch dazu auf, dass für das "klassische" Heimatbuch, in dem die Geschichte mit ihren vielfältigen Facetten aufgearbeitet und einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden könne.

Das Ortsfamilienbuch ist beim Kulturamt der Gemeinde Gersheim zu bekommen. Es könne bei Elke Hertzler, Telefon (06843) 80146, bestellt werden. Ein Exemplar kostet 35 Euro