Nachlese - Vernissage der neuen Ausstellung „Saargebiet und Weimarer Republik“ des Verkehrsvereins Mandelbachtal zog viele Interessenten an

 

Der Vorsitzende des Verkehrsvereins Mandelbachtal, Manfred Pfeiffer, hat uns gebeten, folgenden Artikel über die Eröffnung der Ausstellung „Saargebiet und Weimarer Republik“ in der VLS INFO zu veröffentlichen:
Vernissage der neuen Ausstellung „Saargebiet und Weimarer Republik“ des Verkehrsvereins Mandelbachtal zog viele Interessenten an
Unsere Vergangenheit ist das große Thema der heimatkundlichen Vereine und Arbeitskreise in den acht Ortsteilen der Gemeinde Mandelbachtal. So war es kein Wunder, dass die neue Ausstellung „Saargebiet und Weimarer Republik“ des Verkehrsvereins Mandelbachtal, die am Donnerstagabend im Rathaus in Ormesheim eröffnet wurde, sehr großes Interesse hervorrief und die Vernissage zu einem echten Treffpunkt der einheimischen Hobby-Historiker wurde.

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Auch Profis, wie der stellvertretende Leiter des Historischen Museums in Saarbrücken Reiner Jung oder Florian Müller vom Adolf-Bender-Zentrum in St. Wendel, waren extra angereist, um die 30 Themenbereiche umfassende Ausstellung zu sehen.
„Die ersten drei Tafeln informieren über die Folgen des Ersten Weltkrieges und dass sich die Ereignisse in Ende 1918 in Deutschland überschlugen!“ so der Vorsitzende des Verkehrsvereins Mandelbachtal Manfred Pfeiffer, bei seiner Einführung. „Durch die Oktoberreformen wurde das Deutsche Reich eine parlamentarische Monarchie, die aber nur wenige Tage Bestand hatte, bevor sie durch die Novemberrevolution hinweggefegt wurde. Mit den Versailler Verträgen entstand dann schließlich unser Saargebiet!“

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Die Ausstellung schildert ausführlich, was zwischen 1920 und 1935 bei uns an der Saar geschehen ist, was zeitgleich in Berlin und Paris passierte und geht auch auf die Situation der Juden in jener Zeit oder den Völkerbund und seine wichtige Rolle, die er an der Saar spielte, ein.
Interessant auch die Tafeln über zwei Menschen aus Ommersheim, die als Parlamentarier an den spannenden Ereignissen zwischen 1918 und 1935 hautnah mitgewirkt hatten: Herbert Hofmann war 1919 Mitglied der verfassungsgebenden Versammlung und danach bis 1933 für das Zentrum Mitglied des Reichstages. Klara Barth wurde 1920 als eine der ersten Frauen überhaupt in den Bayerischen Landtag gewählt und gehörte diesem für die Bayerische Volkspartei ebenfalls bis zur Machtergreifung der Nazis 1933 an.
„Zusammengestellt und gestaltet wurde die umfangreiche und stark bebilderte Ausstellung von Manfred Pfeiffer!“ lobte Bürgermeisterin Maria Vermeulen das große Engagement des Vorsitzenden des Verkehrsvereins Mandelbachtal. Sie selbst brach in ihrer Rede die weltpolitischen Ereignisse auf die Geschehnisse in ihrem Heimatort Ormesheim herunter und erzählte, was sich dort in den 1920er Jahren zugetragen hatte.
Landrat Dr. Theophil Gallo zeigte sich begeistert von der Ausstellung, aber auch von der 64seitigen Begleitbroschüre, die im Mandelbachtaler Rathaus erhältlich ist. „Was hier komprimiert an Wissen aus einer für viele unbekannten Zeit vermittelt wird, ist in dieser Form sicherlich einzigartig!“
Der Verkehrsverein Mandelbachtal ist Mitglied der „Partnerschaft für Demokratie“ des Saarpfalz-Kreises. Die Ausstellung wurde von der Kreisverwaltung aus Mittel des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ finanziell unterstützt. Ein weiterer Zuschussgeber war der Verein „Weimarer Republik e.V.“, der andere Teile der Ausstellung aus Mitteln des Ministeriums für Justiz und Verbraucherschutz gefördert hat.
Hochaktuell fand der Vizepräsident des saarländischen Landtages Günter Heinrich die in Mandelbachtal gezeigte Ausstellung. Wie in der Weimarer Republik sah Heinrich auch in unserer Gegenwart zusehends Angriffe auf so hohe Güter wie die Meinungs- und Pressefreiheit und vielfältige Bedrohungen unserer Demokratie:
„Wir erleben in jüngster Zeit auch wieder eine Öffentlichkeit, in der demagogisch mit Lügen und Desinformation Ressentiments und Hass geschürt werden!“ Heinrich appellierte: „Die verbale Verrohung und Radikalisierung, die da zu erleben sind, dürfen nicht von denen beantwortet werden, die ihr zum Opfer fallen, sondern müssen von uns allen zurückgewiesen werden!“ Unsere Demokratie müsse gegen ihre Feinde geschützt werden, in dem wir alle leidenschaftlich dafür eintreten.
Passend musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Tristan Pitsch am Flügel mit stimmungsvollen Musikstücken wie „Pour Amélie“, „River Flows in You“, „Oogway Ascends“ und „Your Name OST“.

Zusätzlich zu der Ausstellung des Verkehrsvereins Mandelbachtal ist auch eine Ausstellung über die Weimarer Republik nebst Bildwand, an der mehrere Filme zum Thema geschaut werden können, im Mandelbachtaler Rathaus zu sehen.
Die interessante Ausstellung ist noch bis zum 26. November 2021 im Foyer des Rathauses Mandelbachtal in Ormesheim zu sehen.
Besucht werden kann die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Rathauses vormittags von Montag bis Freitag, jeweils von 8.30 bis 12 Uhr und nachmittags am Montag und Donnerstag von 13 bis 15.30 Uhr, sowie mittwochs von 13 bis 17.30 Uhr.
Der Eintritt ist frei. Es gilt die 3G-Regeln.