Erinnerungskultur - In Memoriam Ruth Pfordt

 

Erinnern Sie sich an Ruth Pfordt, die erste aus dem Saarland stammende Ansagerin des SR?
Gemeinsam mit Axel Buchholz, Journalist und Journalismusdozent, Honorarprofessor am Journalistischen Seminar der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, verfasste Hans-Joachim Hoffmann eine biographi-sche Skizze Ruth Pfordts. Im ersten Teil beschreibt Axel Buchholz die Tätigkeit Ruth Pfordts am SR, im zweiten Teil schildert Hans-Joachim Hoffmann den politischen Hintergrund, in dem Ruth Pfordt aufwuchs: Ihre Vorfahren und Verwandten engagierten sich parteipolitisch für die SPD bzw. KP und mussten in der NS-Zeit mit Verfolgung und Tod ihre politische Überzeugung bezahlen.

Clipboard13

Clipboard14

Den Beitrag findet man unter:
Archiv Fundstücke - SR.de
www.sr.de › sr › wir_uber_uns › geschichte › fundstucke
Ruth Pfordt: die erste SR-Fernsehansagerin - SR.de

Erinnerungskultur - Kämpferin für die Kunst - Ida Dehmel aus Bingen

 

Ein Film von Henriette von Hellborn in der ARD Mediathek (37 Minuten)
und auf dem Sendeplatz: “Bekannt im Land” am 13.12.2020, 18:45 (30 Minuten)

 

Es ist ein filmreifer Lebenslauf: Geboren vor 150 Jahren in Bingen, erlebte Ida Dehmel Leid, Verluste und
Gefahren, die ein Mensch kaum überleben kann. Und sie durchlebte Episoden von Erfolg, Bewunderung und
Höhenflügen so intensiv, als wären sie erdichtet. Der Publizist und langjährige Verleger Matthias Wegner hat
diese Biografie vor 20 Jahren rekonstruiert, zuvor kannte Ida Dehmel kaum jemand.

Clipboard11

Clipboard12

Ida, geborene Coblenz, und ihr zweiter Ehemann
Richard Dehmel waren das Traumpaar der
Avantgarde. Zu Beginn des 20. Jahrhundert verstand
sich Ida, in der Mitte einer pulsierenden Kunst- und
Kulturszene, auf Networking und Kulturmanagement
in denkbar modernem Sinne. Ihrer Zeit weit voraus,
engagierte sie sich für die Rechte und Chancen von
Frauen in der Kunst. Sie gründete die Gedok, die
älteste heute noch bestehende Vereinigung von
Kunstförderinnen und Künstlerinnen. In diesem – Ida
Dehmels Jubiläumsjahr – vergibt die Organisation
hochdotierte Preise an Künstlerinnen vieler Sparten.
Solche Aktivitäten beweisen: Ida Dehmels Anliegen
ist hochaktuell.

Eine der Preisträgerinnen ist die bildende Künstlerin Susanne Krell aus Betzdorf im Westerwald. Mit ihr gemeinsam begibt sich das Filmteam um Henriette von Hellborn auf die Spuren Ida Dehmels. Von ihrer Heimatstadt Bingen aus nach Berlin und Hamburg.
Dort treffen wir auch den Dehmel-Biografen Richard Wegner, der den Lebenslauf der beeindruckenden Persönlichkeit mit vielen Zeitbezügen rekonstruiert hat. Aus heutiger Sicht – rückwärtsblickend - ist es die Geschichte einer Jüdin, deren Geburtsjahr bereits das Verhängnis ihres Lebens vorausnahm: 1870 setzte Deutschland an, sich eine Vormachtstellung in Europa zu erkämpfen.
Heute kennen wir die verhängnisvollen Folgen… Ida Dehmel war Patriotin, gab sich der Faszination eines übersteigerten Schönheitskultes hin.
Was nichts daran ändern konnte, dass der Nationalsozialismus ihrem Leben ein tragisches Ende bereitete.
Carolin Vogel hütet eine Jugendstil-Villa in Hamburg-Blankenese wie ihren Augapfel. Sie leitet die Dehmelhaus-Stiftung, die das ehemalige Wohnhaus des Traumpaares zum Museum gemacht hat. Ein lichter, wunderschöner Ort aus der Blüte des Jugendstils. Für Vogel ist es wichtig, Geschichte nicht nur vom Ende her zu denken. Hier war aus ihrer Sicht lange Jahre das Glück zu Hause – und die Ausstrahlung des Ortes gibt ihr Recht.
Und auch Ida Dehmels Werk lebt weiter. In unglaublicher Weitsicht hat sie zu Lebzeiten 35000 Briefe von und an die Dehmels archiviert. Ein ungeheurer Schatz, den sie vor den Nazis retten konnte. Jahrzehntelang schlummerte er in der Hamburger Universitätsbibliothek Nun wird er gehoben: Das Projekt “Dehmel Digital” setzt an, die handschriftlichen Dokumente digital zu erschließen und auszuwerten. “Das ist das who is who der Kunst- und Kulturwelt des frühen 20. Jahrhunderts”, schwärmt die Leiterin des Projektes, Julia Nantke. Für sie ist Ida Dehmel “eine unglaublich moderne Frau” und - ohne Frage: “ein großes Vorbild!”
Der Film kann unter folgendem Link abgerufen werden:
https://www.ardmediathek.de/ard/video/bekannt-im-land/kaempferin-fuer-die-kunst-ida-dehmel-aus-bingen/swr-rheinland-pfalz/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzEzNDkwODk/
Die dem Film zugrunde liegende Broschüre:
„Die jüdische Familie Simon Zacharias Coblenz (1836 – 1910) aus Bingen“
kann zum Preis von € 5,00 bezogen werden bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!